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An der Kölner Cabana

Von einer „Trude Herr der Copacabana“ hatte ich noch nie gehört. Von Trude Herr, na klar, dem kölschen Original, der Schlagersängerin mit dem Beinamen „dat Pummel“. Pfundig, trotz ihres berühmten Hits „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“. Nur: Was hatte das mit der Copacabana zu tun, dem berühmten Strand von Rio de Janeiro?

„Diese brasilianische Trude Herr ist eine Freundin von Alicia“, beantwortete Johanna meine Frage, „sie heißt Myriam Chebabi und ist Schauspielerin und Komikerin in Köln, kommt aber ursprünglich aus Rio.“ Und dann schwärmte mir meine Freundin von der brasilianischen Szene vor, die es in Köln und Umgebung gibt. Rund 15.000 Brasilianer sollen in der Gegend leben und kräftig für Samba-Stimmung sorgen, nicht nur beim Karneval. „Na, und jetzt, wo wir einen Kontakt dort haben, lass uns doch einfach mal hinfahren“, schloss Johanna.

Der ICE von Stuttgart an den Rhein war schnell gebucht. Und so saßen wir schon ein paar Tage später voller Vorfreude im Zug, der uns ohne Umsteigen mitten ins Herz der Domstadt brachte. „Der fährt ja fast bis in den Dom hinein“, feixte Johanna, als wir unter den Doppeltürmen einrollten.

Kaffee und Sonnenschein auf dem Weg zu den Brasileiros von Kölle am Rhein

Dom statt Zuckerhut: Der Hauptbahnhof liegt genau neben der 157 Meter hohen Kathedrale.

„Dat Wasser vun Kölle es jot ...“:
Die Werbung lockt mit Kölnischwasser, wir freuen uns eher auf ein Kölsch.

Kaffee und Sonnenschein auf dem Weg zu den Brasileiros von Kölle am Rhein

Kaffee und Sonnenschein auf dem Weg zu den Brasileiros von Kölle am Rhein

Dom statt Zuckerhut: Der Hauptbahnhof liegt genau neben der 157 Meter hohen Kathedrale.

Dom statt Zuckerhut: Der Hauptbahnhof liegt genau neben der 157 Meter hohen Kathedrale.

„Dat Wasser vun Kölle es jot ...“:<br> Die Werbung lockt mit Kölnischwasser, wir freuen uns eher auf ein Kölsch.

„Dat Wasser vun Kölle es jot ...“:
Die Werbung lockt mit Kölnischwasser, wir freuen uns eher auf ein Kölsch.

Das Café, in dem wir Mymmi Chebabi treffen, ist drei Nummern stylisher, als ich erwartet hatte. Das Rubi im so herzlich benannten Stadtteil Sülz könnte auch „Cool Brasilia“ heißen. Ein geschwungener Neon-Schriftzug, nackte Ziegelwände, Designermöbel und Kaffeespezialitäten für urbane Hipster, von Coldbrew bis Aeropress. „Ich wollte kein Samba und Tralala“, wird Besitzerin Ingrid Adler uns später sagen, eine Konditorin, die aus Rio an den Rhein gekommen ist.

Aber erst mal begrüßen wir Mymmi: eine herzliche Frau, schwungvoll, energiegeladen, lustig und sofort auf Freundschaftskurs. Ein toller Start in den Tag. „Ich bin seit 26 Jahren in Köln“, erzählt uns die Carioca (so heißen die Bewohner von Rio). „Hier in der Nähe habe ich anfangs Toiletten geputzt und später dann direkt gegenüber im Casamax-Theater angefangen.“ Inzwischen ist sie eine Lokalgröße im Karneval geworden. Jedes Jahr bringt sie die „Immisitzung“ aufs Parkett, eine Karnevalssitzung, die von Immigranten gemacht wird. „Köln hat sehr viel mit Rio gemeinsam“, sagt Chebabi, „nicht nur beim Feiern, für mich ist es vor allem die Offenheit der Menschen, die mich hier hält.“ Auch heute Abend gibt die Chebabi eine Vorstellung in einem klitzekleinen Theater, die wir natürlich nicht verpassen werden.

Vorher holen wir uns aber noch schnell ein paar Tipps fürs brasilianische Kölle. Gabito Garrido, der junge Kellner, empfiehlt uns den Kindermodeladen seiner Mutter und die Trommelgruppe seines Vaters, die heute im Stadtpark übt. Und Chefin Ingrid Adler weiß, wo sich viele Landsleute treffen: in Suelis Schönheitssalon, gleich nebenan.

In Köln-Sülz lernen wir Myriam Chebabi kennen, „dat kölsche Mädchen vom Zuckerhut“.

Im Café Rubi genießen wir brasilianische Törtchen mit hippem Aeropress-Kaffee ...

... frisch zubereitet von Ingrid Adler, Konditorin aus Rio de Janeiro.

In Köln-Sülz lernen wir Myriam Chebabi kennen, „dat kölsche Mädchen vom Zuckerhut“.

In Köln-Sülz lernen wir Myriam Chebabi kennen, „dat kölsche Mädchen vom Zuckerhut“.

Im Café Rubi genießen wir brasilianische Törtchen mit hippem Aeropress-Kaffee ...

Im Café Rubi genießen wir brasilianische Törtchen mit hippem Aeropress-Kaffee ...

... frisch zubereitet von Ingrid Adler, Konditorin aus Rio de Janeiro.

... frisch zubereitet von Ingrid Adler, Konditorin aus Rio de Janeiro.

Haltestelle - Cafè Portugal! Fernanda Alves

Café Rubi

Berrenrather Str. 186–190
50937 Köln

Mo–Fr: 10 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 18 Uhr

Sueli Cardozo ist eine Selfmadefrau aus São Paulo. Einst Schönheitskönigin ihrer Provinz, fing sie später ein neues Leben als Stylistin in Deutschland an und zog mit ihrem Köfferchen von Tür zu Tür. Heute kommen selbst B-Promis wie die brasilianische TV-Moderatorin Jana Ina in ihr Studio in Sülz. Sueli empfängt sie ganz in Weiß, selbstbewusst und elegant. Die Handpflegerin manikürt Johanna im „Brazil Style“. Dabei wird die Haut am Nagelbett immer komplett entfernt.

Gleich nebenan zeigt Myriam uns einen ganz besonderen Schönheitssalon.

Bei Sueli Aesthetic erfährt Johanna, was brasilianische Maniküre von deutscher unterscheidet.

Inhaberin Sueli Cardozo aus São Paulo zog früher mit dem Köfferchen von Haus zu Haus. Heute ist sie stolze Betreiberin eines der besten Nagelstudios von Köln.

Gleich nebenan zeigt Myriam uns einen ganz besonderen Schönheitssalon.

Gleich nebenan zeigt Myriam uns einen ganz besonderen Schönheitssalon.

Bei Sueli Aesthetic erfährt Johanna, was brasilianische Maniküre von deutscher unterscheidet.

Bei Sueli Aesthetic erfährt Johanna, was brasilianische Maniküre von deutscher unterscheidet.

Inhaberin Sueli Cardozo aus São Paulo zog früher mit dem Köfferchen von Haus zu Haus. Heute ist sie stolze Betreiberin eines der besten Nagelstudios von Köln.

Inhaberin Sueli Cardozo aus São Paulo zog früher mit dem Köfferchen von Haus zu Haus. Heute ist sie stolze Betreiberin eines der besten Nagelstudios von Köln.

Haltestelle - Cafè Portugal! Fernanda Alves

Sueli Aesthetic

Berrenrather Str. 194
50937 Köln

Tel.: 02 21/16 99 84 07

Kölner fahren KVB – also nehmen wir die Straßenbahn 18, um von Sülz zum Barbarossaplatz zu kommen.

Kölner fahren KVB – also nehmen wir die Straßenbahn 18, um von Sülz zum Barbarossaplatz zu kommen.

Kölner fahren KVB – also nehmen wir die Straßenbahn 18, um von Sülz zum Barbarossaplatz zu kommen.

Mit der Linie 18 geht es zurück ins Zentrum, wo uns ein weiteres brasilianisches „Muss“ erwartet: Für Capoeira, diese urtümliche Kombination aus Tanz und Kampf, hatte ich mich schon immer interessiert. Da müsste es ja an der Kölner Cabana auch richtig gute Lehrer geben. Tatsächlich stöberte ich Paulo Francos Tanzfabrik auf. Eine Probestunde war schnell organisiert, und so stehen wir kurz darauf in Joggingklamotten vor einem echten Künstler: Paulo Franco war einst ein begnadeter Tänzer an der Staatlichen Ballettschule von Rio. Heute hat er Knieschmerzen, weiß aber immer noch genau, wie man sich bewegt.

Zum Capoeira spielt Paulo Franco den Berimbau, einen Musikbogen mit Kalebasse

Hier hat nahe der Zülpicher Straße der Capoeira-Meister Paulo Franco seine Tanzfabrik – in der er uns ganz schön schwitzen lässt.

Hier hat nahe der Zülpicher Straße der Capoeira-Meister Paulo Franco seine Tanzfabrik – in der er uns ganz schön schwitzen lässt.

Zum Capoeira spielt Paulo Franco den Berimbau, einen Musikbogen mit Kalebasse

Zum Capoeira spielt Paulo Franco den Berimbau, einen Musikbogen mit Kalebasse

Hier hat nahe der Zülpicher Straße der Capoeira-Meister Paulo Franco seine Tanzfabrik – in der er uns ganz schön schwitzen lässt.

„Tiefer, tiefer runter“, mahnt Paulo.
„Ich komm aber nicht weiter runter“, klagt Johanna. Mir selbst zittert das Bein.
„Wie alt seid ihr denn, 30? Ich bin 55!“, tönt unser Schleifer.
„Boah, ich kann nicht mehr, was ist denn das für ein anstrengender Sport“,
stöhne ich.
„Na gut, könnt ihr wenigstens ein Rad schlagen?“, fragt Paulo lachend.
Na klar!
„So, bitte, auch wenn’s etwas hüftsteif war“, entgegne ich.
„Haha ... na, das habe ich mir schon gedacht“, freut Paulo sich.

In einer Stunde kann selbst Paulo nichts aus uns formen, da müssen wir wohl wiederkommen. Jetzt wollen wir uns erstmal erholen und ganz entspannt shoppen gehen ...

In Brasilien war Franco einst gefeierter Balletttänzer. Bis heute lehrt er in Köln Bewegungen und Posen wie Arabesque, Capriole und Pas de Chat.

Paulo Franco stammt aus Rio. Bunter Nippes wie diese Karnevalstänzerin erinnert ihn an seine Heimat.

In Brasilien war Franco einst gefeierter Balletttänzer. Bis heute lehrt er in Köln Bewegungen und Posen wie Arabesque, Capriole und Pas de Chat.

In Brasilien war Franco einst gefeierter Balletttänzer. Bis heute lehrt er in Köln Bewegungen und Posen wie Arabesque, Capriole und Pas de Chat.

Paulo Franco stammt aus Rio. Bunter Nippes wie diese Karnevalstänzerin erinnert ihn an seine Heimat.

Paulo Franco stammt aus Rio. Bunter Nippes wie diese Karnevalstänzerin erinnert ihn an seine Heimat.

"Ich wollte hier ein Stück Brasilien
schaffen."

Im angesagten Belgischen Viertel finden wir ein brasilianisches Kleinod. Der Accessoire-Shop „Contasbrasil“ zeigt mitten in Köln ein Stückchen Curitiba. Von dort kam vor 25 Jahren Suzana de Paula Soares hierher. Man sieht es der eleganten Frau an, dass sie aus einer Balletttänzerfamilie stammt. Die Ballerinas hat sie jedoch schon vor zehn Jahren an den Nagel gehängt, als sie damit begann, Modeschmuck und Handtaschen zu entwerfen. Ihren Laden schmücken Kunst aus südbrasilianischem Strandgut, ein Mosaik aus Kokos und bunte Federn. Ihre raffinierten Wende-Ledertaschen lässt sie in der Heimat nähen, und auch als „Schmuck-Doc“ setzt sie oft auf Naturstoffe von der Südhalbkugel. „Ich wollte hier ein Stück Brasilien schaffen“, sagt die Designerin.

Shopping im Belgischen Viertel. Hier gibt es viele schöne kleine Läden, zum Beispiel das blümelnde „Contasbrasil“.

Shopping im Belgischen Viertel. Hier gibt es viele schöne kleine Läden, zum Beispiel das blümelnde „Contasbrasil“.

Shopping im Belgischen Viertel. Hier gibt es viele schöne kleine Läden, zum Beispiel das blümelnde „Contasbrasil“.

Und weil das so gut funktioniert, stellt sie seit Neuestem auch noch aus, was ihre Freundin Magda Garrido gestaltet und näht: knallbunte Narrenkappen und farbenfrohe Kinderkleidung. Magda ist die Mutter von Gabito aus dem Café Rubi und arbeitet hauptberuflich in einer Montessori-Schule. Nebenher näht sie bezaubernde Sachen für kleine Mädchen, vielleicht, weil sie selbst drei Jungs bekommen hat. „Da kompensiere ich sicher was“, sagt die Powerfrau aus der Strandstadt Recife lachend, „genauso wie bei den Farben – dabei würde ich den Deutschen gern noch viel buntere Sachen verkaufen.“

Suzana de Paula Soares (links) verkauft in ihrem Geschäft selbst designten Schmuck und Taschen. Außerdem stellt sie die selbst gemachte Kindermode ihrer Freundin Magda Garrido aus.

Neben Kinderkleidung näht Magda Garrido auch extrabunte Kölner Narrenkappen – muss ich sofort mal aufsetzen!

Johanna bewundert währenddessen Paula Soares’ Schmuckkreationen.

Suzana de Paula Soares (links) verkauft in ihrem Geschäft selbst designten Schmuck und Taschen. Außerdem stellt sie die selbst gemachte Kindermode ihrer Freundin Magda Garrido aus.

Suzana de Paula Soares (links) verkauft in ihrem Geschäft selbst designten Schmuck und Taschen. Außerdem stellt sie die selbst gemachte Kindermode ihrer Freundin Magda Garrido aus.

Neben Kinderkleidung näht Magda Garrido auch extrabunte Kölner Narrenkappen – muss ich sofort mal aufsetzen!

Neben Kinderkleidung näht Magda Garrido auch extrabunte Kölner Narrenkappen – muss ich sofort mal aufsetzen!

Johanna bewundert währenddessen Paula Soares’ Schmuckkreationen.

Johanna bewundert währenddessen Paula Soares’ Schmuckkreationen.

Haltestelle - Gin Sul

Contasbrasil

Brüsseler Str. 58
50674 Köln

Mo geschlossen, Di–Fr 10 bis 13
und 15 bis 18.30 Uhr, Sa 11 bis 16 Uhr

Tram/Bus Rudolfplatz
www.contasbrasil.de

Atelier Magda Garrido

Nähkurse und Kindergeburtstage





Facebook: Atelier Magda Garrido

Magdas Mann Alfonso Garrido treffen wir ein paar Ecken weiter im Stadtgarten. Dass es den sprichwörtlichen kölschen Klüngel auch in der brasilianischen Community gibt, merken wir mit jedem Schritt. Alfonso ist der Grund, warum Magda nach Deutschland gekommen ist. Fast alle Brasilianer, die wir treffen, sind irgendwann wegen der Liebe hierhergekommen. Für Alfonso war eine „Studienfahrt zum Karneval“ in Recife der Auslöser. „Ich wollte dort Maracatu erleben“, erzählt Alfonso, „das stammt aus der Sklavenzeit, und wenn da mehr als 60 Trommler durch die Straßen ziehen, dröhnen dir Herz und Brustkorb, das ist viel archaischer als Samba.“ Archaisch genug, um sich in Recife in Magda zu verlieben.

Seitdem hat der studierte Berufsmusiker, der auch schon mal als Perkussionist mit den Bläck Fööss auf der Bühne steht, in Köln eine bis zu 80 Hände starke Maracatu-Gruppe aufgebaut. Im Stadtpark sind heute nur zehn Hände dabei, aber auch die machen schon mächtig Radau. Dazu kommen noch zwei tanzende Füße – die von Magda Garrido. Für den kleinen Umzug spielt sie die Karnevalskönigin. Für eine kurze Weile werden die Trommler und wir zu ihren Vasallen, doch dann ist auch schon wieder Schluss: „Wenn wir zu lange spielen, kommt das Ordnungsamt“, meint Alfonso und grinst, „echtes Maracatu ist eben selbst für Kölner markerschütternd.“

Wahl-Brasilianer: Alfonso Garrido ist Deutsch-Chilene, doch seine Leidenschaft ist das nordbrasilianische Trommelspektakel Maracatu.

Garridos Trommelgruppe übt im Stadtpark. Die Tänzerin ist die Modedesignerin Magda Garrido, Alfonsos Frau.

Wahl-Brasilianer: Alfonso Garrido ist Deutsch-Chilene, doch seine Leidenschaft ist das nordbrasilianische Trommelspektakel Maracatu.

Wahl-Brasilianer: Alfonso Garrido ist Deutsch-Chilene, doch seine Leidenschaft ist das nordbrasilianische Trommelspektakel Maracatu.

Garridos Trommelgruppe übt im Stadtpark. Die Tänzerin ist die Modedesignerin Magda Garrido, Alfonsos Frau.

Garridos Trommelgruppe übt im Stadtpark. Die Tänzerin ist die Modedesignerin Magda Garrido, Alfonsos Frau.

Nach so viel Bewegung müssen wir uns stärken. Köln hat gleich zwei „Rodizios“, typisch brasilianische Grillrestaurants unter dem Motto „All you can eat“. Für 29,50 Euro bietet das Pantanal Rodizio am Mediapark ein riesiges Vor- und Nachspeisenbuffet und vor allem: Fleisch ohne Ende. Das brutzelt zunächst an mehr als 20 Riesenspießen in der offenen Küche und wird dann von den Kellnern direkt am Tisch vom Spieß geschnitten: erst Würstchen, dann Rinderflanke, Filet, Tafelspitz, dann Lamm – und dann können wir nicht mehr. Zum Glück kommt jetzt eine Tanzeinlage, vier Brasilianer legen eine kesse Diskofolklore aufs Parkett.

Bereit fürs Abendprogramm: Im Pantanal Rodizio wollen wir brasilianisches Essen und Musik erleben.

Bereit fürs Abendprogramm: Im Pantanal Rodizio wollen wir brasilianisches Essen und Musik erleben.

Bereit fürs Abendprogramm: Im Pantanal Rodizio wollen wir brasilianisches Essen und Musik erleben.

„Die kenne ich alle“, sagt unsere brasilianische Begleitung, „in die eine war mein dreijähriger Sohn mal verliebt!“ Shari Couto Quade rechnet sich zwar nicht zu Kölns brasilianischer Partyszene, aber als Vorstandsmitglied im Städtepartnerschaftsverein Köln-Rio kennt sie sich trotzdem gut aus. Gleich zwei Partnerschaftsvereine mit Rio hat die Domstadt, der Köln-Rio e.V. kümmert sich um Kulturaustausch, Samba-Bühnen für den Karneval und den monatlichen „Köln-Rio-Treff“. Der Rio-Cologne e.V. hingegen legt seinen Schwerpunkt auf wirtschaftliche Zusammenarbeit. Auch für Shari ist Köln das Rio de Janeiro Deutschlands: „Die Hälfte des Jahres sind die Menschen hier so lebensfroh wie in Brasilien“, schwärmt die Psychologin, „allerdings ist es im Winter dann doch wieder sehr deutsch hier.“

Mit einer Musikeinlage sorgt eine Handvoll brasilianischer Tänzer für Stimmung.

In einem „Rodizio“ gibt es zu einem festen Preis so viel Grillfleisch, wie man mag. Geschnitten wird es direkt am Tisch.

Der Himmel über Rio: Shari Couto Quade vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Rio neben der brasilianischen Flagge. Sie zeigt den Himmel über Rio de Janeiro am Tag der Gründung der Republik 1889.

Mit einer Musikeinlage sorgt eine Handvoll brasilianischer Tänzer für Stimmung.

Mit einer Musikeinlage sorgt eine Handvoll brasilianischer Tänzer für Stimmung.

In einem „Rodizio“ gibt es zu einem festen Preis so viel Grillfleisch, wie man mag. Geschnitten wird es direkt am Tisch.

In einem „Rodizio“ gibt es zu einem festen Preis so viel Grillfleisch, wie man mag. Geschnitten wird es direkt am Tisch.

Der Himmel über Rio: Shari Couto Quade vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Rio neben der brasilianischen Flagge. Sie zeigt den Himmel über Rio de Janeiro am Tag der Gründung der Republik 1889.

Der Himmel über Rio: Shari Couto Quade vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Rio neben der brasilianischen Flagge. Sie zeigt den Himmel über Rio de Janeiro am Tag der Gründung der Republik 1889.

Nach dem Essen sind wir wieder mit Myriam Chebabi verabredet. „Dat kölsche Mädchen vom Zuckerhut“ zeigt heute im kuschelig-kleinen Wohnzimmertheater ihr neues Programm „Die Immi-Tanten“. Mit vollen Bäuchen fläzen wir uns in die Sessel und lachen über Mymmis Kultur-Knaller: „Du willst Klischee? Jetzt kriegste Klischee!“ brüllt Mymmi ins Publikum. Drall ins deutsche Dirndl drapiert, legt die Chebabi mächtig los, mal als „typisch brasilianische bomba sexual“, mal als „richtig integrierte“ Neudeutsche.

Kulturprogramm: Mit vollem Bauch rollen wir rüber ins Kölner Wohnzimmertheater. Hier tritt heute Myriam Chebabi auf.

Gemeinsam mit dem Kabarettisten Francisco Rodriguez zieht Mymmi Chebabi Brasilien- und Spanienklischees durch den Kakao – hier als Don Quichotte und Sancho Pansa.

Backstage mit Komikerin Mymmi Chebabi, der „Trude Herr der Copacabana“

Kulturprogramm: Mit vollem Bauch rollen wir rüber ins Kölner Wohnzimmertheater. Hier tritt heute Myriam Chebabi auf.

Kulturprogramm: Mit vollem Bauch rollen wir rüber ins Kölner Wohnzimmertheater. Hier tritt heute Myriam Chebabi auf.

Gemeinsam mit dem Kabarettisten Francisco Rodriguez zieht Mymmi Chebabi Brasilien- und Spanienklischees durch den Kakao – hier als Don Quichotte und Sancho Pansa.

Gemeinsam mit dem Kabarettisten Francisco Rodriguez zieht Mymmi Chebabi Brasilien- und Spanienklischees durch den Kakao – hier als Don Quichotte und Sancho Pansa.

Backstage mit Komikerin Mymmi Chebabi, der „Trude Herr der Copacabana“

Backstage mit Komikerin Mymmi Chebabi, der „Trude Herr der Copacabana“

Haltestelle - Porto

Erstes Kölner Wohnzimmertheater

Probsteigasse 21
50670 Köln

Dass wir im Publikum schon nach einem Tag in Köln Bekannte treffen, wundert uns nicht mehr. Suzana de Paula Soares ist hier, Magda Garrido ebenso. Die näht nämlich auch Theaterkostüme, man kennt sich eben. „Du musst unbedingt auch mit Katia sprechen“, sagt Suzana nach der Show, „sie ist aus Rio und leitet hier den Verein Cultura Brasil Colônia.“ Und so kommt es, dass wir ein Kölsch später nicht nur mit Katia Wittke über Samba-Partys sprechen, sondern auch mit ihrem Lebenspartner über Köln, Rio und den Karneval. Was naheliegt, denn schließlich ist Christoph Kuckelkorn „der Chef vons Ganze“.

„Dat kölsche Gemüt passt einfach gut zu dem von Rio, dieser Rückbezug aufs Katholische, und dann vor der Fastenzeit noch mal richtig über die Stränge zu schlagen.“

Der Präsident des Festkomitees des Kölner Karnevals ist also mit einer Brasilianerin zusammen: „Wir haben uns in Rio kennengelernt, natürlich auf dem Karneval“, erzählt Kuckelkorn: „Dat kölsche Gemüt passt einfach gut zu dem von Rio, dieser Rückbezug aufs Katholische, und dann vor der Fastenzeit noch mal richtig über die Stränge zu schlagen.“ Ziemlich kölsch finde ich es auch, was dann passiert. Völlig unverhofft lädt Kuckelkorn uns ins Karnevalsmuseum ein, um uns die bunten Wagen vom letzten Zug zu zeigen – um elf Uhr nachts! So was ist wahrscheinlich nur hier möglich, denke ich, als Kuckelkorn eine halbe Stunde später die Nachtpforte der Riesengarage öffnet. Die Kölner und die Brasilianer, da haben sich zwei gefunden.

Nachts im Museum: Spontan und unerwartet endet unser Tag in den leeren Hallen des Karnevalsmuseums.

Riesengarage: In den Monaten nach dem großen Umzug stehen hier die Wagen und können besichtigt werden – bis sie im Herbst Platz machen müssen für neue Ideen.

Die Karnevalsmacher Christoph Kuckelkorn und Katia Wittke bereiten uns einen zünftig-kölschen Abschied.

Nachts im Museum: Spontan und unerwartet endet unser Tag in den leeren Hallen des Karnevalsmuseums.

Nachts im Museum: Spontan und unerwartet endet unser Tag in den leeren Hallen des Karnevalsmuseums.

Riesengarage: In den Monaten nach dem großen Umzug stehen hier die Wagen und können besichtigt werden – bis sie im Herbst Platz machen müssen für neue Ideen.

Riesengarage: In den Monaten nach dem großen Umzug stehen hier die Wagen und können besichtigt werden – bis sie im Herbst Platz machen müssen für neue Ideen.

Die Karnevalsmacher Christoph Kuckelkorn und Katia Wittke bereiten uns einen zünftig-kölschen Abschied.

Die Karnevalsmacher Christoph Kuckelkorn und Katia Wittke bereiten uns einen zünftig-kölschen Abschied.

Haltestelle - Porto

Kölner Karnevalsmuseum

Maarweg 134–136
50825 Köln

10 bis 16 Uhr,
nur an ausgewählten Tagen
Eintritt: 6 Euro, erm. 4 Euro

Fotos: Lemrich