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Little Tokyo in Düsseldorf

"Lost in Translation"... sich in den Straßen von Tokio verlieren, staunend vor einem Lichtermeer an Werbereklamen stehen, sich in übervolle U-Bahn-Waggons schieben und von mystischen Tempeln und Gärten verzaubern lassen. Diese Bilder habe ich im Kopf, seitdem ich Bill Murray und Scarlett Johansson in Sofia Coppolas meisterhaftem Film gesehen habe: Ich will mit dem Finger auf eine mir unverständliche Speisekarte zeigen und mich überraschen lassen, was für Köstlichkeiten ich vorgesetzt bekomme.

Nur leider ist bis jetzt immer irgendetwas zwischen mich und Japan gekommen - sei es ein Mangel an Zeit oder das fehlende Kleingeld. Deshalb habe ich auch nicht lange gezögert, als meine Freundin Nathalie letztens einen Kurztrip nach Düsseldorf vorschlug. Denn ich wusste, dass die Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen kulturell nicht ganz so weit von Japans Hauptstadt entfernt ist, wie man denken würde. Dort am Rhein liegt nämlich Deutschlands Little Tokyo. Seit den 1950er-Jahren haben sich in Düsseldorf mehr als 8.000 Japaner angesiedelt, es ist eine Art "Japan-Town" entstanden. Also springen wir in Nürnberg eines Morgens in den ICE, der sich für uns diesmal anfühlt, als wäre es der japanische Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen Richtung Tokio.

Noch ein letzter Kaffee im ICE. Im japanischen Düsseldorf wird Tee getrunken.

Praktisch: Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zur Immermannstraße, dem Herzen des Japan-Viertels.

Noch ein letzter Kaffee im ICE. Im japanischen Düsseldorf wird Tee getrunken.

Noch ein letzter Kaffee im ICE. Im japanischen Düsseldorf wird Tee getrunken.

Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zur Immermannstraße, dem Herzen des Japan-Viertels.

Praktisch: Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zur Immermannstraße, dem Herzen des Japan-Viertels.

Unsere knurrenden Mägen weisen uns den Weg zur Bakery My Heart. Die kleine Bäckerei liegt nur ein paar Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, im Herzen von Düsseldorfs Little Tokyo. Eigentlich essen die Japaner zum Frühstück traditionell Miso-Suppe, Reis, eingelegtes Gemüse und gegrillten Fisch. Doch immer mehr Menschen fehlt auch dort morgens die Zeit zu kochen, erzählt uns Miki Kunitaka, die in der Bäckerei arbeitet. Und so greifen auch Japaner morgens zu Brötchen, Toast & Co. Allerdings hat das meiste, was es in der Bakery My Heart gibt, kaum etwas mit deutschen Backwaren gemein. Wir schnappen uns jeder ein kleines Körbchen und füllen es bis zum Rand mit exotisch aussehenden Teilen: Brötchen mit roter Bohnenpaste, warme Teigbällchen, gefüllt mit Oktopus und knatschgrüne Matcha-Melon-Pan-Brötchen.

Backwaren aller Art gibt es in der Bakery My Heart. Von herzhaft bis süß, von heiß bis kalt ist alles dabei.

Backwaren aller Art gibt es in der Bakery My Heart. Von herzhaft bis süß, von heiß bis kalt ist alles dabei.

Miki Kunitaka lebt seit zwei Jahren in Düsseldorf. Weil es in der Stadt ein riesiges Angebot an japanischen Köstlichkeiten gibt, hat sie kein Heimweh.

Unser Favorit ist das Garnelen-Backfischbrötchen. Dazu gibt's giftgrünen Matcha-Latte

Backwaren aller Art gibt es in der Bakery My Heart. Von herzhaft bis süß, von heiß bis kalt ist alles dabei.

Backwaren aller Art gibt es in der Bakery My Heart. Von herzhaft bis süß, von heiß bis kalt ist alles dabei.

Miki Kunitaka lebt seit zwei Jahren in Düsseldorf. Weil es in der Stadt ein riesiges Angebot an japanischen Köstlichkeiten gibt, hat sie kein Heimweh.

Miki Kunitaka lebt seit zwei Jahren in Düsseldorf. Weil es in der Stadt ein riesiges Angebot an japanischen Köstlichkeiten gibt, hat sie kein Heimweh.

Unser Favorit ist das Garnelen-Backfischbrötchen. Dazu gibt's giftgrünen Matcha-Latte

Unser Favorit ist das Garnelen-Backfischbrötchen. Dazu gibt's giftgrünen Matcha-Latte

Haltestelle - Bakery My Heart

Bakery My Heart

Marienstraße 26
40210 Düsseldorf

Di-Sa: 8 bis 19 Uhr

Der Japanische Club Düsseldorf liegt versteckt in einem unscheinbaren Bürogebäude.

Wir werden von einer ganzen Delegation empfangen. Der Präsident des Clubs und seine Kollegen erzählen uns, warum so viele Japaner in Düsseldorf leben.

Der Japanische Club Düsseldorf liegt versteckt in einem unscheinbaren Bürogebäude.

Der Japanische Club Düsseldorf liegt versteckt in einem unscheinbaren Bürogebäude.

Wir werden von einer ganzen Delegation empfangen. Der Präsident des Clubs und seine Kollegen erzählen uns, warum so viele Japaner in Düsseldorf leben.

Wir werden von einer ganzen Delegation empfangen. Der Präsident des Clubs und seine Kollegen erzählen uns, warum so viele Japaner in Düsseldorf leben.

Gleich ums Eck der Bakery My Heart liegt der Japanische Club. Ein großes Komitee empfängt uns. Der Präsident des Clubs, Shuichi Yoshida, erklärt uns erst einmal, warum überhaupt so viele Japaner in Düsseldorf leben. Schon das erste deutsche Handelshaus in Japan gründete 1859 ein Düsseldorfer Kaufmann. Drei Jahre später tranken bereits ein paar Dutzend Japaner ihr erstes Altbier am Rhein. Eine japanische "Kolonie" entstand jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Das kriegszerstörte Land suchte Stahl, Industrieanlagen und chemische Erzeugnisse für den Wiederaufbau. Düsseldorf, am Rand des Ruhrgebiets gelegen, war dafür die perfekte Niederlassung. Heute gibt es hier eine japanische Handelskammer, Schulen, Kindergärten und natürlich ganz viele Restaurants. Was die Japaner so an der Gegend hier schätzen? "Die Offenheit der Rheinländer gegenüber fremden Kulturen", betont Yoshida. Wenn die hiesigen Japaner dennoch ihr Heimweh stillen wollen, können sie seit 1964 den Japanischen Club Düsseldorf aufsuchen. Außerdem findet jedes Jahr im Mai der große Japan-Tag an der Rheinpromenade statt.

Erst mal ein Stück buntes Papier aussuchen. Das ist der einfachste Schritt beim Origami, der traditionellen Papierfaltkunst.

Danach wird es schwierig, zumindest stellen wir uns nicht so geschickt an wie unsere Lehrerin. Diese zaubert problemlos einen eleganten Vogel.

Erst mal ein Stück buntes Papier aussuchen. Das ist der einfachste Schritt beim Origami, der traditionellen Papierfaltkunst.

Erst mal ein Stück buntes Papier aussuchen. Das ist der einfachste Schritt beim Origami, der traditionellen Papierfaltkunst.

Danach wird es schwierig, zumindest stellen wir uns nicht so geschickt an wie unsere Lehrerin. Diese zaubert problemlos einen eleganten Vogel.

Danach wird es schwierig, zumindest stellen wir uns nicht so geschickt an wie unsere Lehrerin. Diese zaubert problemlos einen eleganten Vogel.

Von dem, was die Besucher da erleben können, bekommen wir im Club schon mal eine kleine Kostprobe. Den Anfang macht die Origami-Meisterin Noriko Negishi mit einer Einführung in die Papierfaltkunst. Ohne Schere und Klebstoff verwandelt sie quadratische bunte Blätter in die unglaublichsten Figuren. Während wir Noriko zusehen, erzählt sie uns, dass sie schon seit 30 Jahren in Düsseldorf lebt. Was sie besonders mag, ist die direkte Art der Deutschen. "Ja heißt hier ja. In Japan legt man mehr Wert auf Harmonie", sagt sie und stellt einen hübschen Kranich vor uns hin. Der Legende nach bekommt derjenige, der davon 1.000 faltet, einen Wunsch von den Göttern erfüllt. Nathalie und ich bekommen trotz der genauen Anleitung von Noriko gerade mal einen einzigen schrägen Vogel gefaltet.

Jeweils zwei Frauen zupfen und ziehen an uns, damit der Obi richtig sitzt. Der breite Stoffgürtel ist über drei Meter lang.

Jeweils zwei Frauen zupfen und ziehen an uns, damit der Obi richtig sitzt. Der breite Stoffgürtel ist über drei Meter lang.

Jeweils zwei Frauen zupfen und ziehen an uns, damit der Obi richtig sitzt. Der breite Stoffgürtel ist über drei Meter lang.

Als Nächstes probieren wir Kimonos an. In einem Saal des Clubs werden wir von Yuko Costrau und Miyuki Morita wie Bonbons in feinste Seide eingewickelt. In seiner Form hat sich der Kimono seit fast 2.000 Jahren kaum verändert. Heutzutage wissen sogar in Japan viele nicht, wie man einen Kimono anzieht. Kein Wunder: Da ist erst mal der Unterkimono - und nur, wenn der richtig sitzt, kommt der eigentliche Kimono drüber. Die Krönung ist der Obi. Der breite, über drei Meter lange Stoffgürtel wird mehrmals um den Körper gelegt und auf dem Rücken zu einer aufwendigen Schleife gebunden. Wie diese aussieht, hängt vom Alter der Trägerin ab und von der Art des Kimonos. Yuko selbst hat 50 Kimonos im Schrank hängen. Das sei nicht sonderlich viel, fügt sie lachend hinzu, als sie unsere Gesichter sieht.

Zum Kimono werden Tabi getragen, so etwas wie Fäustlinge für den Fuß. Den steckt man dann in Zouri - Zehensandalen mit Plateausohle.

Zum Kimono werden Tabi getragen, so etwas wie Fäustlinge für den Fuß. Den steckt man dann in Zouri - Zehensandalen mit Plateausohle.

Nachdem wir wie Geschenke verpackt sind, trägt Yuko noch Lippenstift, passend zu unserem rosa Haarschmuck, auf.

Zum Schluss gibt es eine kleine Koto-Kostprobe. Das 13-seitige Instrument wurde traditionell am Kaiserhof gespielt.

Zum Kimono werden Tabi getragen, so etwas wie Fäustlinge für den Fuß. Den steckt man dann in Zouri - Zehensandalen mit Plateausohle.

Zum Kimono werden Tabi getragen, so etwas wie Fäustlinge für den Fuß. Den steckt man dann in Zouri - Zehensandalen mit Plateausohle.

Nachdem wir wie Geschenke verpackt sind, trägt Yuko noch Lippenstift, passend zu unserem rosa Haarschmuck, auf.

Nachdem wir wie Geschenke verpackt sind, trägt Yuko noch Lippenstift, passend zu unserem rosa Haarschmuck, auf.

Zum Schluss gibt es eine kleine Koto-Kostprobe. Das 13-seitige Instrument wurde traditionell am Kaiserhof gespielt.

Zum Schluss gibt es eine kleine Koto-Kostprobe. Das 13-seitige Instrument wurde traditionell am Kaiserhof gespielt.

Haltestelle - Japanischer Club Düsseldorf e.V.

Japanischer Club Düsseldorf e.V.


Oststraße 86
40210 Düsseldorf
Tel.: 0211 1792060
U 70/74-79 Oststraße www.jc-duesseldorf.de
Nur mit vorheriger Anmeldung

Das Soba-an ist Deutschlands einziges Restaurant für Buchweizennudeln.

Das Soba-an ist Deutschlands einziges Restaurant für Buchweizennudeln.

Das Soba-an ist Deutschlands einziges Restaurant für Buchweizennudeln.

"Am Anfang haben die deutschen Gäste nicht verstanden, was das soll, die kalten Nudeln."

Wieder ausgepackt, müssen wir schon weiter. Michiko Shida wartet auf uns. Sie ist Keramikkünstlerin und hat vorgeschlagen, dass wir uns zum Mittagessen im Soba-an treffen. Da kann man nicht nur ihre Vasen und Schalen bewundern, sondern es ist auch das einzige Restaurant in Deutschland, welches sich ausschließlich der Soba-Nudel widmet: Die dünnen grauen Nudeln bestehen nur aus Buchweizenmehl, etwas Weizenmehl und Wasser. "Das Geheimnis liegt in der Qualität des Wassers, der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit", erklärt uns Takayuki Miyashita, der Besitzer des Restaurants.

Die Besitzer: das Ehepaar Rieko und Takayuki Miyashita

Die Besitzer: das Ehepaar Rieko und Takayuki Miyashita

Vom Kneten des Teigs bekommt man starke Oberarme. Osamu Hirayamas Eltern hatten in Tokio ein Soba-Restaurant.

Die Besitzer: das Ehepaar Rieko und Takayuki Miyashita

Die Besitzer: das Ehepaar Rieko und Takayuki Miyashita

Vom Kneten des Teigs bekommt man starke Oberarme. Osamu Hirayamas Eltern hatten in Tokio ein Soba-Restaurant.

Vom Kneten des Teigs bekommt man starke Oberarme. Osamu Hirayamas Eltern hatten in Tokio ein Soba-Restaurant.

Durch ein Glasfenster neben unserem Tisch können wir in die Nudelwerkstatt sehen. "An der Konsistenz des Teigs erkenne ich, wer von meinen Mitarbeitern die Soba gemacht hat." Gerade knetet Osamu Hirayama den Teig für die Nudeln, rollt diesen aus, faltet ihn mehrmals und schneidet hauchdünne Streifen ab. Nathalie bestellt eine Soba-Suppe und ich eine Portion kalte Nudeln. "Am Anfang haben die deutschen Gäste nicht verstanden, was das soll, die kalten Nudeln", erinnert sich Takayuki. Nun sind sie aber auf den Geschmack gekommen. Mittags und abends ist das Restaurant gesteckt voll. Vielleicht auch, weil Soba kalorienarm und gesund sind. Sie sollen den Blutzucker senken und gegen Krampfadern helfen.

Soba kann man warm in einer Suppe essen oder - so machen es die Kenner - kalt. Dann taucht man sie mit dem Stäbchen in Sojasauce mit Wasabi.

Soba kann man warm in einer Suppe essen oder - so machen es die Kenner - kalt. Dann taucht man sie mit dem Stäbchen in Sojasauce mit Wasabi.

Die Keramikkünstlerin Michiko Shida hat das Soba-an vorgeschlagen. Durch ein Fenster kann man den Meister beim Kneten der Buchweizennudeln beobachten.

Soba kann man warm in einer Suppe essen oder - so machen es die Kenner - kalt. Dann taucht man sie mit dem Stäbchen in Sojasauce mit Wasabi.

Soba kann man warm in einer Suppe essen oder - so machen es die Kenner - kalt. Dann taucht man sie mit dem Stäbchen in Sojasauce mit Wasabi.

Die Keramikkünstlerin Michiko Shida hat das Soba-an vorgeschlagen. Durch ein Fenster kann man den Meister beim Kneten der Buchweizennudeln beobachten.

Die Keramikkünstlerin Michiko Shida hat das Soba-an vorgeschlagen. Durch ein Fenster kann man den Meister beim Kneten der Buchweizennudeln beobachten.

Haltestelle - Soba-an

Soba-an

Klosterstraße 68
40211 Düsseldorf
Tel.: 0211 36777575

Mo-Sa: 12 bis 14 Uhr
und 18 bis 22 Uhr

Michiko will uns noch einen ganz besonderen Laden zeigen, der erst im Spätsommer 2017 eröffnet hat. Das ANMO Art/Cha ist eine Mischung aus einer Galerie für zeitgenössische Kunst und einer Teestube. Die Idee dazu hatten die gebürtige Münchnerin Anna Friedel und Motoko Dobashi aus Japan - daher auch der Name ANMO. "Kunst und Tee haben in Asien schon immer zusammengehört", erzählt uns Anna. "Ich hoffe, die Ruhe, die man hier hat, überträgt sich auf die Betrachtung und es kommt über einer Schale Tee zu einem Austausch."

Michiko zeigt uns nach dem Mittagessen das minimalistische ANMO, eine Mischung aus Galerie für zeitgenössische Kunst und Teestube.

Michiko zeigt uns nach dem Mittagessen das minimalistische ANMO, eine Mischung aus Galerie für zeitgenössische Kunst und Teestube.

Michiko zeigt uns nach dem Mittagessen das minimalistische ANMO, eine Mischung aus Galerie für zeitgenössische Kunst und Teestube.

Während Anna für die chinesischen Teezeremonien zuständig ist, gießt Motoko die japanischen Teesorten auf. Uns bereitet sie einen Matcha-Tee zu, schäumt das grüne Gemisch mit einem Bambusbesen auf. Anders als chinesische Tees, die mit der Zeit reifen, sollte japanischer Tee innerhalb eines Jahres getrunken werden.

Anna Friedel und Motoko Dobashi arbeiten auch mit befreundeten Mode-Designern zusammen, die diese schicken Kimonos entworfen haben.

Anna Friedel und Motoko Dobashi arbeiten auch mit befreundeten Mode-Designern zusammen, die diese schicken Kimonos entworfen haben.

Motoko schäumt für uns Matcha-Tee auf.

Diesen trinken wir dann aus den hübschen Schalen, die Michiko getöpfert hat.

Anna Friedel und Motoko Dobashi arbeiten auch mit befreundeten Mode-Designern zusammen, die diese schicken Kimonos entworfen haben.

Anna Friedel und Motoko Dobashi arbeiten auch mit befreundeten Mode-Designern zusammen, die diese schicken Kimonos entworfen haben.

Motoko schäumt für uns Matcha-Tee auf.

Motoko schäumt für uns Matcha-Tee auf.

Diesen trinken wir dann aus den hübschen Schalen, die Michiko getöpfert hat.

Diesen trinken wir dann aus den hübschen Schalen, die Michiko getöpfert hat.

Haltestelle - ANMO Art/Cha

ANMO Art/Cha

Bendemannstraße 18
40210 Düsseldorf
Tel.: 0211 38731741

Mi-Fr: 12 bis 18 Uhr
Sa: 12 bis 16 Uhr
Mo & Di: Tea Tasting/Tea Club/Tea Classes

Erfrischt vom Matcha-Tee, bummeln wir über die Immermannstraße. Auf dieser Hauptader von Düsseldorfs Little Tokyo kommen wir fast nur an japanischen Läden vorbei. Da gibt es von Winke-Kätzchen und Sushi-Messern über Reise-Touren zum Mount Fuji, Matcha-Tee und Bento-Boxen bis hin zu nigiri-Blättern wirklich alles nur Vorstellbare aus dem Land der aufgehenden Sonne. Wir fallen bei Takagi Books ein. Als Atsuko Takagi den Laden 1974 eröffnete, war es die erste japanische Buchhandlung in ganz Europa. Heute pilgern besonders Manga-Fans hierher: Es gibt ein ganzes Eck voller Comics, viele auch ins Deutsche übersetzt.

Unsere nächste Station ist das Buchgeschäft Takagi.

Unsere nächste Station ist das Buchgeschäft Takagi.

Atsuko Takagi kam vor mehr als 50 Jahren nach Deutschland.

Das Takagi ist Pilgerort für Manga-Fans.

Unsere nächste Station ist das Buchgeschäft Takagi.

Unsere nächste Station ist das Buchgeschäft Takagi.

Atsuko Takagi kam vor mehr als 50 Jahren nach Deutschland.

Atsuko Takagi kam vor mehr als 50 Jahren nach Deutschland.

Das Takagi ist Pilgerort für Manga-Fans.

Das Takagi ist Pilgerort für Manga-Fans.

Haltestelle - Takagi Books & More

Takagi Books & More

Immermannstraße 31
40210 Düsseldorf
Tel.: 0211 2107238

Mo-Sa: 10 bis 18.30 Uhr

Nachdem wir den halben Tag mit Michiko verbracht haben, wollen wir auch den Ort ihres Schaffens sehen. Ihr Atelier liegt etwas außerhalb. Also spazieren wir zum Bahnhof und schnappen uns einen Flinkster, das Carsharing-Auto der Deutschen Bahn. Auf dem Weg zu Michiko machen wir noch einen kleinen Abstecher in den Stadtteil Niederkassel. Hier steht das EKŌ-Haus der japanischen Kultur. EKŌ bedeutet so viel wie Güte, Sanftmut und Licht. Zu der schönen Anlage gehören ein buddhistischer Tempel, ein Garten und ein Haus in traditionellem Baustil. Wir laufen einmal durch den hügeligen Garten, der Buddhas "Reines Land" symbolisieren soll. Michiko zeigt auf eine schwere Bronzeglocke, die in einem offenen Pavillon hängt. Hier werde immer am letzten Tag des Jahres das Joya-no kane ausgeführt. "Beim japanischen Neujahrsläuten wird die Glocke 108 Mal geschlagen", erklärt Michiko, "so werden die 108 Grundleiden des Menschen wie etwa Wut und Gier vertrieben."

Nicht alles, was Japan ist, liegt rund um die Immermannstraße. Am Bahnhof holen wir uns einen Flinkster, ...

Nicht alles, was Japan ist, liegt rund um die Immermannstraße. Am Bahnhof holen wir uns einen Flinkster, ...

... überqueren den Rhein Richtung Niederkassel ...

Nicht alles, was Japan ist, liegt rund um die Immermannstraße. Am Bahnhof holen wir uns einen Flinkster, ...

Nicht alles, was Japan ist, liegt rund um die Immermannstraße. Am Bahnhof holen wir uns einen Flinkster, ...

... überqueren den Rhein Richtung Niederkassel ...

... überqueren den Rhein Richtung Niederkassel ...

... und machen einen kleinen Abstecher zum EKŌ-Haus, wo es Europas einzigen japanischen Tempel gibt.

... und machen einen kleinen Abstecher zum EKŌ-Haus, wo es Europas einzigen japanischen Tempel gibt.

... und machen einen kleinen Abstecher zum EKŌ-Haus, wo es Europas einzigen japanischen Tempel gibt.

Wir springen wieder in unser Auto und flitzen weiter zu Michikos Atelier. In zwei großen hellen Räumen stehen Töpferscheibe, Brennofen und unzählige Teller, Schalen, Vasen und sonstige Kreationen. Schon Michikos Großvater hatte eine Unmenge an Steinware zu Hause, später hatte sie Töpferunterricht an der Schule. Richtig gelernt hat sie das Handwerk aber erst in Deutschland. "Meine Philosophie ist japanisch, meine Technik deutsch", sagt die 39-Jährige. Wenn Michiko sich an die Töpferscheibe setzt, dann taucht sie auch schon mal für ein, zwei Wochen unter. "Das ist für mich wie Meditation", sagt sie.

Jedes Stück ist ein Unikat, liebevoll von Hand gefertigt.

Michikos Kreationen sind sehr klassisch, meist in Weiß, Türkis oder Schwarz gehalten.

Jedes Stück ist ein Unikat, liebevoll von Hand gefertigt.

Jedes Stück ist ein Unikat, liebevoll von Hand gefertigt.

Michikos Kreationen sind sehr klassisch, meist in Weiß, Türkis oder Schwarz gehalten.

Michikos Kreationen sind sehr klassisch, meist in Weiß, Türkis oder Schwarz gehalten.

Haltestelle - Takagi Books & More

Keramik Michiko Shida

Tel.: 0173 2325242

www.michiko-shida.com

EKŌ-Haus der Japanischen Kultur e.V.

Brüggener Weg 6
40547 Düsseldorf
Tel.: 0211 5779180

Di-So: 13 bis 17 Uhr. 3,50/2,50 Euro

Bus 834/836/828 Niederkasseler Kirchweg www.eko-haus.de

Seit 55 Jahren betreibt Meister Kato diese moderne Art des japanischen Schwertkampfs.

Seit 55 Jahren betreibt Meister Kato diese moderne Art des japanischen Schwertkampfs.

Seit 55 Jahren betreibt Meister Kato diese moderne Art des japanischen Schwertkampfs.

"Kote! Men! Do!"

Wieder in unseren Flinkster gehüpft, geht es weiter zu einer Schule im Stadtteil Grafenberg. In der Sporthalle erwartet uns schon Hideo Kato. Tagsüber arbeitet er bei einem Chemiekonzern, in seiner Freizeit schwingt er das Schwert. Der 66-Jährige ist Kendo-Meister. Kendo ist eine abgewandelte Art des traditionellen japanischen Schwertkampfs, wie ihn Samurai lernten. Dabei geht es nicht nur um die Technik, sondern auch um die geistige Schulung. Der Meister macht uns vor, wie wir uns beim Betreten und Verlassen der Halle verbeugen sollen. Dann legt Meister Kato seine Rüstung an und erzählt uns, dass er Kendo übt, seitdem er zehn Jahre alt ist. Den siebten Grad habe er schon erreicht, das ist der zweithöchste "Dan". Mit dem vergitterten Gesichtsschutz und seinem langen Gewand erinnert uns Kato jetzt ein wenig an Darth Vader aus "Krieg der Sterne", mit Bambus- statt Lichtschwert. Auch wir bekommen einen Holzsäbel, und schon geht's los. "Feste Schläge, gerader Rücken, und immer mit dem ganzen Körper zuschlagen", mahnt der Meister. "Kote! Men! Do!" Aus voller Kehle stoßen wir den Kampfschrei aus. Schon nach einer Übung sind meine Arme weich wie Gummi. Kato und seine Schüler zeigen uns dann noch, wie es richtig geht. Es wirkt ie ein einstudierter Tanz, sie schreiten vorwärts und rückwärts, nur dass der "Tanzpartner" zwischendrin mal einen Schwerthieb auf den Kopf bekommt.

Gut geschützt mit einer Rüstung. Beim Kendo wird richtig zugeschlagen.

Gut geschützt mit einer Rüstung. Beim Kendo wird richtig zugeschlagen.

Nicht aus Eisen oder Stahl, sondern aus Bambus sind die Schwerter.

Mit Wucht schlage ich auf das Schwert des Meisters ein.

Gut geschützt mit einer Rüstung. Beim Kendo wird richtig zugeschlagen.

Gut geschützt mit einer Rüstung. Beim Kendo wird richtig zugeschlagen.

Nicht aus Eisen oder Stahl, sondern aus Bambus sind die Schwerter.

Nicht aus Eisen oder Stahl, sondern aus Bambus sind die Schwerter.

Mit Wucht schlage ich auf das Schwert des Meisters ein.

Mit Wucht schlage ich auf das Schwert des Meisters ein.

Haltestelle - Japanischer Club Düsseldorf e.V. Kendo Club

Japanischer Club Düsseldorf e.V. Kendo Club

Oststraße 86
40210 Düsseldorf
Tel.: 0211 179206-0
info@jc-duesseldorf.de
www.jc-duesseldorf.de
Das Training findet an verschiedenen Orten statt. Vorher telefonisch anmelden.

Nach dieser sportlichen Einlage haben wir uns wieder etwas zum Essen verdient. Im Yaki-The-Emon erwarten uns schon Tokiko Yukawa und ihre Kolleginnen. Die drei Frauen arbeiten für die Restaurant-Gruppe Brickny, ein Dutzend Restaurants in Deutschland und anderen europäischen Städten, die Speisen aus den verschiedenen Regionen Japans anbieten. Spezialität des Yaki-The-Emon sind Gerichte vom "Teppan". Auf dieser heißen Stahlplatte brutzelt uns der Koch gleich mal Okonomiyaki. Das ist so etwas Ähnliches wie Pfannkuchen aus Teig und Kohl, belegt mit Speck, Gemüse oder Meeresfrüchten. Nur eben viel besser als ein Pfannkuchen.

Im Yaki-The-Emon kümmern sich gleich drei Mitarbeiterinnen um uns. Dekoriert ist das Restaurant mit bunt bemalten Sake-Fässern.

Im Yaki-The-Emon kümmern sich gleich drei Mitarbeiterinnen um uns. Dekoriert ist das Restaurant mit bunt bemalten Sake-Fässern.

Der Koch brutzelt schon unser Okonomiyaki, eine Art Pfannkuchen aus Teig und Kohl, belegt mit Speck oder Meeresfrüchten.

Im Yaki-The-Emon kümmern sich gleich drei Mitarbeiterinnen um uns. Dekoriert ist das Restaurant mit bunt bemalten Sake-Fässern.

Im Yaki-The-Emon kümmern sich gleich drei Mitarbeiterinnen um uns. Dekoriert ist das Restaurant mit bunt bemalten Sake-Fässern.

Der Koch brutzelt schon unser Okonomiyaki, eine Art Pfannkuchen aus Teig und Kohl, belegt mit Speck oder Meeresfrüchten

Der Koch brutzelt schon unser Okonomiyaki, eine Art Pfannkuchen aus Teig und Kohl, belegt mit Speck oder Meeresfrüchten.

Die Mitarbeiterinnen des Lokals überraschen uns mit immer mehr Speisen: Sushi, kleine Vorspeisen wie eingelegter Oktopus und Fischrogen. In Japan gibt es keine Gänge, alles wird auf einmal serviert. Zum Essen bekommen wir ein Probierset verschiedener Sake-Sorten. Während wir an den kleinen Gläschen nippen und versuchen, möglichst professionell mit Stäbchen zu essen, erklärt uns Tokiko noch ein paar Benimmregeln. Da wäre zum Beispiel die Sache mit dem Schnäuzen. Das sollte man auf keinen Fall bei Tisch machen. Die Nudelsuppe zu schlürfen sei aber völlig okay.

Das Yaki-The-Emon ist bekannt für seine große Auswahl an Sake.

Das Yaki-The-Emon ist bekannt für seine große Auswahl an Sake.

Den wollen wir natürlich gleich probieren und bekommen drei Sorten Reiswein.

Wir machen es wie die Japaner und teilen uns alle Speisen. Gegessen wird natürlich nur mit Stäbchen.

Das Yaki-The-Emon ist bekannt für seine große Auswahl an Sake.

Das Yaki-The-Emon ist bekannt für seine große Auswahl an Sake.

Den wollen wir natürlich gleich probieren und bekommen drei Sorten Reiswein.

Den wollen wir natürlich gleich probieren und bekommen drei Sorten Reiswein.

 Wir machen es wie die Japaner und teilen uns alle Speisen. Gegessen wird natürlich nur mit Stäbchen.

Wir machen es wie die Japaner und teilen uns alle Speisen. Gegessen wird natürlich nur mit Stäbchen.

Haltestelle - Yaki-The-Emon

Yaki-The-Emon

Klosterstraße 72
40211 Düsseldorf
Tel.: 0211 86040193

tägl. 12 bis 14 Uhr imd 18 bis 22 Uhr

Nach dem Essen träumen wir eigentlich schon von unserem Bett. Aber einen Programmpunkt haben wir noch: Karaoke singen. Zum Glück ist die Lime Light Karaoke Box gleich in der Parallelstraße, versteckt im Keller des Nikko Hotels. Hinter der Bar begrüßt uns Mochizuki Nozo, kurz Mochi. Er weist uns einen privaten Raum mit Fernseher, Aktenordnern voller Lieder und einer Karaoke-Maschine zu. Die Anleitungen, selbst die Schrift auf der Karaoke-Maschine, sind auf Japanisch. Wir überlegen noch, welches Lied wir singen sollen, da tippt schon Mochi schnell eine Nummer in die Maschine und greift sich das Mikrofon. Japanische Textzeilen laufen über den Bildschirm, ein Popsong. Mit seiner fantastischen Stimme und einer bühnenreifen Show haut unser Gastgeber uns wirklich um. Wow! Mithalten können wir da nicht, aber egal. Was uns an Gesangstalent fehlt, machen wir mit lautem Geschrei wett. Nach zwei Stunden haben wir uns heiser gesungen und sind nun endgültig reif fürs Bett. Mit einem "gussuri oyasumi!" fallen wir aus dem Lokal. Schlaf gut, "Little Tokyo". Wir sehen uns wieder - "sayonara"!

Mochizuki Nozo steht im Limelight Karaoke im Keller des Nikko Hotels hinter der Bar ...

Mochizuki Nozo steht im Limelight Karaoke im Keller des Nikko Hotels hinter der Bar ...

... aber eigentlich ist ein Popstar an ihm verloren gegangen.

Mochizuki Nozo steht im Limelight Karaoke im Keller des Nikko Hotels hinter der Bar ...

Mochizuki Nozo steht im Limelight Karaoke im Keller des Nikko Hotels hinter der Bar ...

... aber eigentlich ist ein Popstar an ihm verloren gegangen.

... aber eigentlich ist ein Popstar an ihm verloren gegangen.

Haltestelle - Lime Light Karaoke Box

Lime Light Karaoke Box

im Hotel Nikko
Immermannstraße 41
40210 Düsseldorf

Fotos: Lemrich